EMPLOYER BRANDING BENEFITS:


DAS SIND DIE EMPLOYER BRANDING TRENDS

Vier Tage Woche, Work-Life Balance, New Work, Remotework: Das sind Employer Branding Trends. Viele neue Begriffe schwirren uns durch den Kopf, wenn wir an das Thema Arbeitgeberbenefits denken. Vor 30 Jahren waren es noch Tarifverträge und sichere Arbeitsplätze. Heute sind es ganz andere Anforderungen, die die junge „New Work force“ an den Arbeitgebermarkt stellt.

Benefits sind dabei wichtige Entscheidungskriterien für oder gegen einen Job. Entsprechend gestaltet sich mittlerweile die Bandbreite der Möglichkeiten. Wir kennen die Trends der Zukunft:

DER BESTE FREUND DES MENSCHEN

Fast schon ein Standard Benefit aber kompliziert in der Umsetzung: Seinen Hund zur Arbeit mitzubringen ist nicht immer möglich. Es erfreut aber laut einer Focus Umfrage circa 40 % aller Arbeitnehmer.

Und auch wir in der Agentur wissen unsere vierbeinigen Kollegen sehr zu schätzen. Außerdem unterstützen sie uns tatkräftig mit schönem Bildmaterial.

NACHHALTIGKEIT UND MOBILITÄT „ALL IN ONE“

Auch Nachhaltigkeit ist ein wachsendes und spannendes Thema, das immer mehr Menschen wirklich am Herzen liegt. Wie sehr sich die Gesellschaft wandelt zeigt sich darin, dass viele Mitarbeiter sich mittlerweile eher für ein gesponsertes Jobrad, als für einen Firmenwagen interessieren. Darüber hinaus sind Angebote wie Jobräder steuerlich gefördert. Die halten die Mitarbeiter zusätzlich gesund und sind am Ende noch günstiger für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, als Autos. Ganz zu schweigen von der Umweltfreundlichkeit.

KREATIVE BENEFITS

Für die BESONDERS junge Zielgruppe kann man richtig kreativ werden: Die Filmproduktionsfirma Bildstürmer aus Fulda verloste 2018 beispielsweise einen zusätzlichen Urlaubstag. Danach lud die Firma das ganze Team kurzerhand zur Weihnachtsfeier in die Türkei ein. (Das gut dokumentierte Abenteuer findet sich natürlich in deren Blog)

Gerade diese Art der Benefitgestaltung bietet schier unendliche Möglichkeiten – seien es Reisen, Geschenke oder verrückte Aktionen. Wenn es zur Brand passt, können solche Aktionen buchstäblich den Unterschied machen.

Employer Branding Trends: DAS SAGT DIE WISSENSCHAFT

Bei all der Kreativität haben wir uns gefragt, wie die Zufriedenheitskurve von Mitarbeitenden eigentlich konkret wissenschaftlich messbar ist. Dazu befragten wir den Wirtschaftssoziologen und Lehrstuhlinhaber an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Prof. Dr. Tobias Wolbring*.

Dr. Wolbring untersucht verschiedene Verbindungen von Arbeitsbedingungen und anderen Lebenssituationen und Lebenszufriedenheit. Doch eigentlich geht es viel mehr um langfristige Prozesse des Annehmens oder Ablehnens von Situationen und die Auswirkungen von negativen oder positiven Einflüssen im Lebensverlauf von Menschen.

So zeigte Wolbring zusammen mit seinen Forschungskollegen Julia Ingenfeld und Prof. Dr. Herbert Bless (Universität Mannheim) beispielsweise auf, dass es einen kritischen Kilometerwert beim Berufspendeln gibt. Demnach wirkt sich die „Pendelei“ nachhaltig auf die Unzufriedenheit des jeweiligen Arbeitnehmers aus. (Ergebnis: Ab etwa 60 Kilometern einfacher Entfernung sinkt die Lebenszufriedenheit des Pendlers über die Jahre signifikant).

Ferner fragen wir, wie ein Unternehmen agieren soll, dass seine Mitarbeiter langfristig glücklich machen will. Wolbring erklärt, dass es eben nicht die monetäre Entlohnung sei, die ausschlaggebend für die Bindung der Mitarbeiter ist. Viel eher gehe es den Menschen um Sinnhaftigkeit, Abwechslung und Karriereaussichten. Hierfür seien die meisten Menschen sogar bereit schlechteres Geld in Kauf zu nehmen.

Als empirischer Forscher arbeitet Wolbring mit großen Datenmengen aus Befragungen und statistisch erhobenen Zahlen. Um die Tendenzen der Menschen allgemeingültig darstellen zu können, wertet er sie aus. Dr. Wolbring nennt zwei Faktoren, die als Tendenz nach seinen bisherigen Forschungserfahrungen wichtige Benefits darstellen:

FAIRNESS

Will ein Unternehmen seine Mitarbeiter glücklich machen, so sollte es unter allen Umständen darauf achten, dass es dort fair zugeht. Denn der Mensch „ist zuallererst ein soziales Wesen,“ erläutert Dr. Wolbring.

Dabei verglichen sich die Menschen häufig mit ähnlich situierten Personen in ihrem Umfeld. Eine ungleiche Bezahlung, bei gleicher Arbeit, schlägt sich statistisch messbar sofort auf die Zufriedenheit des benachteiligten Mitarbeiters nieder. Gerechtigkeit ist somit ein wichtiger Grundwert, den man nicht vernachlässigen sollte.

FLEXIBILITÄT

Ein weiterer Faktor, seine Mitarbeiter glücklich zu machen, sieht Wolbring in einer flexiblen Gestaltung des Arbeitsverhältnisses. Wenn der Arbeitgeber auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter eingeht sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Mitarbeiter auch zufriedener ist. Unter dem Strich kann ein Tag Homeoffice pro Woche schon viel bewirken. Allerdings muss gerade beim Homeoffice Vorsicht walten: Studien haben ebenso gezeigt, dass eine Entgrenzung von Arbeit und Privatleben sich eher nachteilig auf die Zufriedenheit auswirkt. Es ist erwiesen, dass auch die Gesundheit der Mitarbeiter darunter leidet.

Die Anforderungen der meisten Menschen an ihre Arbeitsumgebung ist also tatsächlich messbar und auch die unmittelbare Zufriedenheit dieser Menschen mit ihrer Lebenssituation. Konkretere Forschung muss an dieser Stelle aber erst noch stattfinden.

Wir von BESONDERS SEIN haben uns bereits vor zwei Jahren dafür entschieden, den Mitarbeitern maximale Flexibilität im Bereich der Arbeitszeit zu gewähren: Jeder kann sich seine Stunden im Arbeitsvertrag individuell aussuchen – ob 32, 35 oder 40 Stunden ist frei wählbar. Dahinter steckt vor allem aber der Grundsatz, dass niemand schief angesehen wird, wenn er mal früher geht – bei all den unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen entsteht ein reges Kommen und Gehen, das auch die Selbstständigkeit der Mitarbeiter fördert.

Somit schließen auch wir uns der Aussage von Herrn Wolbring an, dass Flexibilität ein wirklich wichtiger Benefit ist.

Am wichtigsten finden wir jedoch den Fakt, dass sich die Benefits mit der Identität der Mitarbeiter und vor allem mit dem Versprechen der Arbeitgebermarken der jeweiligen Firma decken müssen, die sie gewährt.

Mit anderen Worten: Einen zusätzlichen Urlaubstag kann eine junge Agentur medienwirksam verlosen. Bei einem Konzern wie Siemens wäre dies jedoch peinlich. (Was ist schon ein einziger Urlaubstag für einen Mitarbeiter der ohnehin viele Urlaubstage hat?)

UNSERE PRAXISTIPPS:

  • Beschäftigen Sie sich mit dem Thema Employer Branding Trends
  • Greifen Sie nicht blind in den „Benefit Topf“ und überlegen Sie genau, was Ihre Mitarbeiter wirklich wollen und brauchen
  • Passen Sie die Benefits an das Arbeitgebermarkenversprechen an
  • Verlassen Sie sich nicht auf „Bewährtes“, sondern öffnen Sie sich für neue Wege (Stichwort Jobrad)
  • Bedenken Sie auch immer den Imagewert, den ein gezielter Benefit schaffen kann (Stichwort Weihnachtsfeier-Reise)
  • Holen Sie sich einen Blick von außen – wir stehen gerne zur Verfügung

Viel Spaß beim Recherchieren und Ausprobieren.

*Prof. Dr. Tobias Wolbring ist Inhaber des Lehrstuhls für empirische Wirtschaftssoziologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die Schwerpunkte der Forschung von Prof. Wolbring liegen in den Bereichen Analytische Soziologie, empirische Bildungs-/Hochschul-/Wissenschaftsforschung, Methoden der empirischen Sozialforschung, soziale Ungleichheit und soziale Normen & Devianz.

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